Erbrecht

Sind Sie Erblasser, Erbe oder Pflichtteilsberechtigter und benötigen einen Rechtsanwalt für Erbrecht?

Um Vermögen sicher weiterzugeben, ist eine rechtzeitige Planung und sorgfältige Organisation von großer Bedeutung. Dies lässt sich durch die rechtzeitige Errichtung letztwilliger Verfügungen zu Lebzeiten erreichen.

 

Es gibt zwei Arten letztwilliger Verfügungen: Testamente und Kodizille. Ein Testament zeichnet sich dadurch aus, dass ein Erbe eingesetzt wird. Ein Kodizill benennt hingegen keinen Erben, sondern trifft sonstige Anordnungen (etwa ein Vermächtnis, wenn jemand nur bestimmte Sachen aus dem Nachlass erhalten soll).

 

Testamente und Kodizille können zu Lebzeiten jederzeit widerrufen werden.

 

Bei Wunsch besteht die Möglichkeit, das Testament im Testamentsregister eintragen zu lassen. Dies hat den Vorteil, dass jeder Notar in ganz Österreich bei Abwicklung einer Verlassenschaft online darauf zugreifen und das Testament so nicht verloren gehen oder auf irgendeine Weise verschwinden kann.

 

Eine weitere Möglichkeit, über das Vermögen im Todesfall zu verfügen, ist der Erbvertrag, der nur zwischen Ehegatten abgeschlossen werden kann. Aber Vorsicht: Ein Erbvertrag kann – anders als ein Testament oder ein Vermächtnis – später nicht einseitig widerrufen werden!

 

Pflichtteilsrecht & Pflichtteilsergänzung

 

Der Pflichtteil und das Pflichtteilsrecht sind eine bedeutende Einschränkung des Erblassers bei letztwilligen Verfügungen. Wird ein naher Angehöriger enterbt oder unzureichend bedacht, kann dieser einen Pflichtteilsanspruch geltend machen. 

  

Ehegatten und Kinder haben Anspruch auf einen Pflichtteil des Nachlasses. Kindern und Ehegatten steht die Hälfte des gesetzlichen Erbteils zu.  Seit 1991 sind auch uneheliche Kinder pflichtteilsberechtigt.

 

Diesen Pflichtteilsberechtigten steht ein Forderungsrecht gegen den Nachlass zu. Es besteht kein Anspruch auf bestimmte Verlassenschaftsgegenstände, sondern nur ein Anspruch auf eine bestimmte Geldsumme.

 

Der Pflichtteil bemisst sich auf Grundlage des zum Zeitpunkt des Todes vorhandenen Vermögens. Um jedoch zu verhindern, dass der Erblasser schon zu Lebzeiten sein ganzes Vermögen verschenkt und damit die Rechte der Pflichtteilsberechtigten einschränkt, werden unter bestimmten Voraussetzungen auch Schenkungen unter Lebenden für die Berechnung der Pflichtteilsansprüche der Kinder und des Ehegatten als Bemessungsgrundlage herangezogen (Schenkungsanrechnung).

 

Der Pflichtteil stellt einen besonderen Schwerpunkt unserer Tätigkeit dar. Wir beraten Erblasser und Erben, um Ansprüche zu vermeiden und vertreten Berechtigte, um Pflichtteilsforderungen durchzusetzen.

 

Unsere Kernfachbereiche

 

Die Rechtsanwaltskanzlei Kartnig berät in komplexen Fragen zum Erbrecht und Pflichtteilsrecht sowie über die Zuwendung einzelner Vermögensstücke und zeigt Wege auf, um Risiken zu minimieren und Vermögen zu erhalten.

 

Gerne übernimmt die Kanzlei folgende Tätigkeiten:   

  • Errichtung von Testamenten
  • Errichtung eines Erbvertrages
  • Errichtung von Schenkungsverträgen auf den Todesfall
  • Errichtung von Erb- und Pflichtteilsverzichten
  • Beratung von Erben, Pflichtteilsberechtigten und Vermächtnisnehmern
  • Testamentsanfechtungen
  • Beratung und Vertretung in Verlassenschaftsverfahren und Erbschaftsprozessen vor Gericht

Wir fordern Ihr Recht ein, wenn Sie das Gefühl haben, dass Sie im Verlassenschaftsverfahren nicht das bekommen haben, was Ihnen rechtmäßig zusteht!

 

 

Das neue Erbrecht ab 1.1.2017:

 

Wesentliche Änderungen im Erbrecht sind:

  • Änderung der Formvorschriften für Testamente
  • Automatische Aufhebung von Testamenten durch Scheidung
  • Berücksichtigung von Pflegeleistungen (Pflegevermächtnis)
  • Neuerungen im Pflichtteilsrecht
  • Erbrecht der Lebensgefährten
  • Neue Enterbungsgründe

 

Erben im EU-Ausland
 

Bereits seit 17. August 2015 gilt die EU-Erbrechtsverordnung (BGBl I 2015/87, EU-Erbrechtsverordnung).

 

Die Verordnung ist grundsätzlich auf Erbfälle anzuwenden, die nach dem 16.8.2015 eintreten.

 

Alte Rechtslage:

Nach der bisher geltenden Rechtslage war die Rechtsnachfolge von Todes wegen nach der Staatsbürgerschaft des Erblassers im Zeitpunkt seines Todes zu beurteilen. Verstarb beispielsweise ein deutscher Staatsbürger mit Wohnsitz im Inland in Österreich, hatte das österreichische Gericht im Verlassenschaftsverfahren grundsätzlich deutsches Recht anzuwenden.

 

Neue Rechtslage:

Nunmehr unterliegt im Anwendungsbereich der EU-Erbrechtsverordnung die gesamte Rechtsnachfolge von Todes wegen dem Recht des Staates, in dem der Erblasser im Zeitpunkt seines Todes seinen gewöhnlichen Aufenthalt hatte.  

 

Der mit der Anknüpfung an das Recht des „gewöhnlichen Aufenthaltes“ entstehenden Rechtsunsicherheit kann aber durch eine Rechtswahl entgegen gewirkt werden. Es besteht die Möglichkeit eine Rechtswahl dahingehend zu bestimmen, dass das Recht des Landes der Staatsangehörigkeit auf den Erbfall anzuwenden ist. Die Rechtswahl kann in einer Verfügung von Todes wegen erklärt werden, zum Beispiel durch eine Rechtswahlklausel in einem Testament.

 

Die gute Nachricht ist, dass Sie durch rechtzeitige Information und Beratung böse Überraschungen vermeiden können. Kontaktieren Sie uns!